Die Steuererklärung ist ein zentrales Instrument für die Erfüllung steuerlicher Pflichten in Deutschland. Sowohl Arbeitnehmer als auch Selbstständige, Freiberufler und Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihre Steuererklärungen korrekt und vollständig sind. Fehler in der Steuererklärung können zu Nachzahlungen, Bußgeldern oder Verzögerungen bei der Steuererstattung führen. Daher ist es wichtig, typische Fehlerquellen zu erkennen und präventive Maßnahmen zu ergreifen.
1. Unvollständige oder fehlende Angaben
Ein häufiger Fehler ist das Auslassen wichtiger Informationen. Steuerpflichtige übersehen manchmal:
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Zusätzliche Einkünfte, z. B. Nebentätigkeiten oder Kapitaleinkünfte
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Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld oder Elterngeld
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Vermietungseinkünfte oder Einnahmen aus privaten Veräußerungsgeschäften
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Steuerpflichtige Leistungen ausländischer Herkunft
Unvollständige Angaben führen zu Korrekturen durch das Finanzamt und können Verzugszinsen oder Bußgelder nach sich ziehen.
Tipp: Vor dem Einreichen alle Einkommensarten prüfen und Belege sammeln, um vollständige Angaben zu gewährleisten.
2. Fehlerhafte Angaben zu Werbungskosten und Sonderausgaben
Viele Steuerpflichtige geben Werbungskosten oder Sonderausgaben falsch an:
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Nicht alle beruflich bedingten Aufwendungen werden berücksichtigt
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Fehlende Absetzungen für Arbeitsmittel, Fachliteratur, Fortbildungen oder Fahrtkosten
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Ungenaue Angabe von Versicherungsbeiträgen, Altersvorsorgeaufwendungen oder Spenden
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Nicht berücksichtigte außergewöhnliche Belastungen wie Krankheitskosten oder Unterhaltszahlungen
Die fehlerhafte Angabe von Abzügen führt zu einer zu hohen Steuerlast oder zur Ablehnung von Vergünstigungen.
Tipp: Alle Belege sammeln, systematisch erfassen und vor Eintragung in die Steuererklärung prüfen.
3. Falsche Steuerklasse oder Freibeträge
Für Arbeitnehmer spielt die Wahl der Steuerklasse eine entscheidende Rolle. Fehler können entstehen durch:
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Unpassende Steuerklasse bei Heirat, Scheidung oder Geburt eines Kindes
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Nichtbeantragte Freibeträge für Kinder oder Alleinerziehende
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Änderungen in der Lebenssituation nicht rechtzeitig beim Finanzamt gemeldet
Dies kann zu Nachzahlungen oder geringeren monatlichen Nettolöhnen führen.
Tipp: Steuerklasse regelmäßig überprüfen und bei Änderungen der Lebenssituation anpassen.
4. Eingabefehler und Formfehler
Einige Fehler entstehen schlicht durch falsche Eingaben oder fehlende Formulare:
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Zahlendreher bei Beträgen oder Steuernummern
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Unterschrift oder Datum auf Papierformularen fehlt
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Falsche Berechnung von Steuersätzen
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Angaben in falschen Feldern oder Formularen
Auch bei elektronischer Abgabe über ELSTER können falsche Auswahlmenüs oder fehlerhafte automatische Vorschläge zu Ungenauigkeiten führen.
Tipp: Zahlen doppelt prüfen, Softwarehilfen nutzen und Eingaben sorgfältig kontrollieren.
5. Nichtberücksichtigung von Vorauszahlungen und Vorsteuer
Selbstständige und Unternehmer müssen Vorauszahlungen und Umsatzsteuer korrekt berücksichtigen:
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Vergessene oder falsch berechnete Vorauszahlungen führen zu Nachforderungen
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Vorsteuerbeträge aus Rechnungen ohne korrekte Angaben des Verkäufers können nicht abgezogen werden
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Fehler bei der Umsatzsteuervoranmeldung summieren sich in der Jahreserklärung
Tipp: Alle Rechnungen systematisch erfassen, Vorsteuerbeträge prüfen und monatliche oder vierteljährliche Voranmeldungen kontrollieren.
6. Unzureichende Dokumentation
Fehlende Belege oder unvollständige Unterlagen führen häufig zu Problemen bei der Steuerprüfung:
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Rechnungen, Quittungen oder Kontoauszüge fehlen
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Dokumentation von Fahrtkosten oder Arbeitsmitteln unvollständig
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Nachweise für außergewöhnliche Belastungen oder Spenden nicht vorhanden
Tipp: Belege chronologisch ablegen und digital oder physisch archivieren, um jederzeit auf Anfrage reagieren zu können.
